Familienleben mit Teenagern: immer turbulent, nicht immer harmonisch

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Große Kinder, große Sorgen? Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter stellen viele Fragen, entwicklen ihre Persönlichkeit und beginnen, Regeln in Frage zu stellen. Doch trotz aller Schwierigkeiten bleiben Kinder in diesem Alter in der Regel zugänglich und genießen es, wenn sie Zeit mit ihren Eltern verbringen können.

Mit dem Beginn der Pubertät hingegen wird vieles anders. Die Rollen in der Familie werden neu verteilt, viele Jugendliche ziehen sich zurück oder rebellieren offen gegen ihre Eltern. Diese Situation ist eine Herausforderung für jede Familie. Mit Verständnis, Gelassenheit und ein wenig Geduld können Eltern jedoch deeskalierend wirken und verhindern, dass sich Eltern und Kinder entfremden.

Teenager brauchen Zeit und Raum für sich und ihre Gefühle

Das Seelenleben eines Teenagers lässt sich wohl am besten mit einer Achterbahnfahrt vergleichen: Ständig geht es auf und ab- und das mit einer Geschwindigkeit, dass einem schwindlig werden könnte.
Ihr inneres Gefühlschaos versuchen Jugendliche auf ganz unterschiedliche Art und Weise zu verarbeiten. Einige ziehen sich zurück, sind für Erwachsene kaum noch ansprechbar und distanzieren sich von der Familie. Andere werden laut, aufsässig und provozieren scheinbar grundlos ihre Lehrer oder Eltern. Viele Mütter und Väter reagieren ihrerseits aggressiv und sind verletzt. Dabei ist das Verhalten von Teenagern lediglich ein Ausdruck ihrer Unsicherheit. Sie sind noch nicht erwachsen, aber auch kein Kind mehr, sie wollen alles, dürfen aber nicht.


Ganz ohne Streitereien und Machtkämpfe innerhalb der Familie lässt sich diese Phase in den seltensten Fällen bewältigen. Wichtig ist, dass Eltern sich nach wie vor darum bemühen, ihre Kinder zu verstehen. Das bedeutet auch, sich nachsichtig zu zeigen, wenn sich der halbwüchsige Sohn oder die pubertierende Tochter bei hitzigen Diskussionen im Ton vergreift. Hilfreich ist es, wenn Jugendlichen die Möglichkeit gewährt wird, sich zurückzuziehen, ohne bedrängt zu werden. Wenn sie Rat oder Hilfe brauchen, werden sie sich diese suchen, aber das braucht oft Zeit.

Auch Jugendliche brauchen Zuneigung

Wer glaubt, Teenager hätten kein Interesse mehr an der eigenen Familie, der irrt in den meisten Fällen. Das richtige Maß an Nähe und Distanz zwischen den einzelnen Familienmitgliedern muss in der Pubertät jedoch erst gefunden werden. Gemeinsame Ausflüge werden weniger und Väter, die mit ihren Söhnen jahrelang gemeinsame Hobbys gepflegt haben, müssen sich auf einmal damit abfinden, dass der Nachwuchs plötzlich lieber Computer spielt, als mit dem Vater zum Fußballspiel zu fahren.
Diese Erfahrung müssen Eltern machen – das kann ihnen niemand ersparen. Doch anstatt der Vergangenheit hinterher zu trauern, sollten Eltern lernen, ihre Kinder als das wahrzunehmen, was sie sind: eigenständige Persönlichkeiten, die bald zu Erwachsenen werden. Es ist also nicht zuletzt eine Frage der persönlichen Einstellung, wie Familien die Pubertät der Kinder verkraften.

Bildquelle: © sabine meyer  / pixelio.de



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